50 Jahre danach: Münchens olympisches Erbe

Das Olympische Erbe Münchens in aktuellen Bildern - Bild: Florian Peljak

Wie Olympia 1972 München bis heute prägt

Am 11. September vor 50 Jahren erlosch die Flamme des olympischen Feuers der Münchner Spiele, Olympia aber lebt in der Stadt bis heute weiter. Die olympischen Bauten sind zu Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt geworden und aus der Stadtsilhouette nicht mehr wegzudenken. Ihre nachhaltige Nutzung war von den weitsichtigen Planern von Anfang an mitgedacht worden. Der gesamte Olympiapark ist neben Isar und Englischem Garten das beliebteste innerstädtische Naherholungsgebiet der Münchnerinnen und Münchner. Als Ensemble steht der Olympiapark komplett unter Denkmalschutz. Aus dem Olympischen Dorf, heute liebevoll "Oly-Dorf" genannt, wurden Wohnungen für Studierende. Das Olympiastadion war Jahrzehnte Heimspielstätte der Fußballer des FC Bayern und TSV 1860 München, heute finden dort Konzerte und vielfältige andere Events statt. Ein halbes Jahrhundert nach den Spielen muss das berühmte Zeltdach nun aber teuer saniert werden. Einige wenige olympische Orte sind dagegen zu Lost Places geworden, wie etwa der alte Busbahnhof Olympiazentrum und die verwilderte S-Bahn-Station Olympiastadion, die heute ein Biotop beherbergt. Außerhalb der Stadtgrenzen nagt der Zahn der Zeit auch an der Anlage der Regattastrecke Oberschleißheim, wo 1972 die Ruderwettbewerbe ausgetragen wurden. Auch hier wird renoviert.

 

Zum 50. Jubiläum der Olympischen Spiele 1972 muss München im Jahr 2022 den Spagat zwischen Feiern und Gedenken schaffen: Es wird erinnert an die Spiele, die das Stadtbild und das Image der Stadt so nachhaltig positiv veränderten, vor allem aber auch an die Opfer des Attentats, das auch nach fünf Jahrzehnten ein Münchner Trauma bleibt.