Deutschland in der Nachkriegszeit

Zwischen Kriegsfolgen und Wirtschaftswunder. Deutschland in der Nachkriegszeit (Bild: ap/dpa/picture alliance, ID 00123781)

Zwischen Kriegsfolgen und Wirtschaftswunder

Auferstanden aus Ruinen – der ostentative Optimismus der DDR-Hymne trifft eher auf die Entwicklung in den westlichen Besatzungszonen Ende der vierziger Jahre zu: Die Sowjetunion gab die Blockade Berlins auf, prompt füllten sich die Schaufenster der Geschäfte und die ersten zarten Vorboten des kommenden "Wirtschaftswunders" wurden sichtbar. Doch zunächst war man hüben wie drüben weniger der Zukunft, sondern den Problemen der Gegenwart zugewandt: Die Straßen deutscher Städte lagen in Trümmern und mussten geräumt werden, Menschen aus den vormals deutschen Gebieten strömten ebenso in das Land wie die aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen Soldaten und suchten wie die Einheimischen Wohnungen, Arbeit oder schlicht etwas zu Essen. Hamsterfahrten und Schwarzhandel waren probate Mittel, die alltäglichen Versorgungsmängel zu kompensieren. Und natürlich war das Land besetzt, und zur Besatzungsrealität gehörte nicht nur der Besuch amerikanischer GIs auf dem Münchner Oktoberfest, sondern auch die Demontage dessen, was von der deutschen Industrie noch verblieben war. So ging der Wiederaufbau nach dem Krieg mit vielfältigen sozialen Herausforderungen einher, die auch nach der Gründung von BRD und DDR noch andauerten.